News-Beitrag

Vergessene Inseln im Ägäischen Meer

  • 6. März 2020

Die „griechische Karibik“ auf Skiathos erleben

Spätestens mit der Produktion des erfolgreichen Musicalfilms „Mamma Mia“ erwachte das bis dahin wenig beachtete Inselarchipel der Sporaden aus einer Art Dornröschenschlaf. Die Schauspieler um Hauptdarstellerin Meryl Streep sind längst abgerückt, und es folgen die ABBA-Fans auf der Suche nach den Originaldrehorten mit türkisfarbenen Buchten, weißen Sandstränden und natürlich der unvergesslichen Kapelle auf dem spektakulärenm Kastro Felsen, wo 2008 die Außenaufnahmen für die Hochzeitsszenen produziert wurden. Wo einst die Filmstars den schweißtreibenden Treppenweg zur Hochzeitskirche hinaufstiegen, genießen heute Griechenlandfans die beinahe unwirkliche Aussicht auf die Nordküste von Skiathos und die zahlreichen, meist unbewohnten Nachbarinseln.

Griechenland von seiner schönsten Seite

Noch immer ist die nur 50 Quadratkilometer große Sporadeninsel vom Massentourismus verschont geblieben und aufgrund bisher fehlender Flugverbindungen aus Deutschland hierzulande wenig bekannt. Doch dies wird sich ändern. Seitdem vor einigen Jahren zumindest eine Flugverbindung aus München, Frankfurt und Düsseldorf nach Skiathos ins Leben gerufen wurde, hört man auch deutschsprachige Stimmen in den romantischen Gassen von Skiathos Stadt. Überhaupt zeigen sich ankommende Erstbesucher sofort überrascht: Hat man den überschaubaren Inselflughafen hinter sich gelassen, eröffnet sich sofort eine grüne, artenreiche Vegetation, welche man im Ägäischen Meer nicht erwartet. Bausünden, wie auf vielen bekannten griechischen Inseln, sucht man auf Skiathos vergebens. Selbst das Städtchen Skiathos, wo über 90 Prozent der nur 5 200 Inselbewohner leben, ist ein Augenschmaus. Kleine weiße Häuschen mit roten Dächern ziehen sich malerisch, eng aneinander gereiht vom Meer zu den Hügeln empor und bilden ein Labyrinth von Gassen mit zahlreichen Tavernen, kleinen Geschäften und beliebten Terrassencafés. Ziehen auch die Bars und Open-Air-Lounges im Juli und August zuweilen viele junge Griechen zum Feiern vom Festland in das wunderschön beleuchtete Städtchen, so kehrt spätestens Anfang September wieder Ruhe und Beschaulichkeit zurück. Bei einem Glas guten Inselwein genießt man auf der Halbinsel Bourtzi, umgeben von blauem, glasklarem Wasser den Blick auf das Städtchen und die über 400 Meter hohen dicht bewaldeten Inselberge – von Massentourismus keine Spur.

Welchen Sandstrand wähle ich heute?

Problematisch scheint zunächst nur die Auswahl des richtigen Strandes. Nicht umsonst nennt man Skiathos die „griechische Karibik“ – ziehen sich doch 65 Traumstrände mit weißem und goldgelben Sand rings um die buchtenreiche Insel – allen voran der Vorzeigestrand von Koukounaries. Zum Glück fährt der Inselbus die wie auf einer Perlenschnur aufgereihten Strände an der Südküste ganztägig im kurzen Anständen für ein geringes Entgelt an, während die weißen Strände an der schroffen Nordküste per Boot oder auch zu Fuß erreicht werden können. Welchen Strand man auch wählt, das Meerwasser ist so sauber, dass der nördliche Teil der unbewohnten Sporadeninseln 1992 zum Meeresnationalpark erklärt wurde. Vom Aussterben bedrohte Mönchsrobben, Meeresschildkröten, Seehunde, Wildziegen und mehrere Möwenarten finden hier auf 2 200 Quadratkilometern Fläche ideale Lebensbedingungen.

Wanderparadies für Naturliebhaber Dass Skiathos daneben auch noch zu einer der kräuterreichsten Inseln im Mittelmeer zählt, ist nur wenigen Insidern bekannt. Ausgerechnet ein deutscher Auswanderer aus Baden-Württemberg hat vor 20 Jahren begonnen, die uralten

Hirten- und Klosterpfade wieder ins Leben zu rufen, um die unbeschreiblich vielfältige Vegetation und die versteckten Kulturschätze von Skiathos zugänglich zu machen. Über 20 Wanderwege führen heute dank des aktiven Schwaben durch die Hügel und Berge der Insel zu zahlreichen verlassenen Klöstern, durch Olivenhaine, über Blumenwiesen und auf aussichtsreiche Felsklippen an der Nordküste.

Wo die griechische Flagge erstmals gehisst wurde

Wer vermutet hier mitten im Sommer kleine sprudelnde Bäche und Quellen mit kühlem, klarem Wasser? Moose, Riesenfarne und Platanen an uralten Wassermühlen vermitteln dem begeisterten Wanderer eher das Gefühl in Mitteleuropa unterwegs zu sein. Unweigerlich stößt man auf das in liebliche Hügellandschaft hoch über dem Meer gelegene Kloster Evangelistria mit seinen wertvollen Handschriften und liturgischen Schätzen. Dass hier bereits 1807 erstmals die im Kloster gewebte griechische Flagge mit weißem Kreuz auf blauen Grund gehisst wurde, ist Grund für die Erhebung zu einer Art gesamtgriechischem Nationalheiligtum.

Faszinierendes Erbe

Auch der geheimnisvolle Marmorfelsen von Kastro sollten Besucher auf keinen Fall verpassen. Über 500 Jahre lang zogen sich die Bewohner von Skiathos hier im Mittelalter aus Angst vor sarazenischen Piraten auf die vom Ägäischen Meer umspülte 120 Meter hohe Klippe zurück. Verlassene Häuser und 22 Kirchen zeugen bis heute vom byzantinischem Einfluss. Der Blick von den einstigen Festungsmauern auf die unberührte Nordküste und zu den Inseln des Archipels darf zurecht als einzigartig bezeichnet werden. Hier braucht sich der Besucher den Sundowner im Vergleich mit den weltweit bekannten Inseln Griechenlands noch nicht mit hunderten Touristen teilen. Skiathos ist eine Insel für Genießer und Ruhesuchende. Auch wenn sich entlang der Südküste eine gute Hotelinfrastruktur entwickelt hat, bietet Skiathos neben einem erholsamen Strandaufenthalt den idealen Rahmen für Inselromantik und Aktivsein in einer weitgehend unverfälschten Naturlandschaft.

 

Unsere aktuellen Skiathos-Reisen:

INSEL SKIATHOS – Unbekannte Inselträume im Ägäischen Meer

GRIECHENLAND – Wandern auf der Insel Skiathos