News-Beitrag

Unterwegs mit der MS Nordnorge von Hurtigruten

  • 31. Juli 2018

Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Denn so waren wir so zeitig in Oslo, dass wir noch eine schöne Stadtrundfahrt machen konnten, während der wir nicht nur den beeindruckenden Vigelandpark, die Oper, das Fram-Museum besucht, sondern auch am Holmenkollen eine andere reisewelt-Gruppe getroffen haben, die gerade mit dem Bus in Norwegen unterwegs sind.

Mit dem zentral am Hauptbahnhof gelegenen Hotel hatten wir am nächsten Morgen nur einen kurzen Weg zum Bahnsteig, wo die Bergensbahn in einer sehr aufregenden, kurzweiligen und abwechslungsreichen Fahrt einen ersten Eindruck norwegischer Landschaften eröffnete und uns nach Bergen brachte. Der Transfer vom Bahnhof in Bergen zum Schiff war nur ganz kurz, doch wir konnten schon einen ersten Blick auf die Stadt Bergen erhaschen. Einige von uns sind dann noch in einem wahren Schnelldurchlauf mit dem Reiseleiter Andreas, nicht nur zum Fischmarkt sondern auch durch das Hanseviertel Bryggen gelaufen, welches auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO steht und als bedeutendste historische Sehenswürdigkeit Bergens gilt. In der Zwischenzeit waren alle Koffer direkt auf unsere Kabine gebracht worden.

Pünktlich um 20:00 Uhr legte dann die MS Nordnorge in Bergen ab und eine wunderbare Seereise mit herrlichem Sonnenschein nahm ihren Anfang.
Ålesund, die wunderschöne Jugendstilstadt nördlich von Bergen, ist einer der ersten Häfen, die angelaufen werden. Weil im Sommer die Hurtigrute allerdings auch den Geiranger-Fjord besucht, hatten wir keine Zeit uns die schönen Jugendstil-Häuser anzuschauen. Dafür lachte einen ganzen Tag lang die Sonne und der berühmte Geiranger-Fjord präsentierte sich ohne andere Kreuzfahrtschiffe von seiner schönsten Seite mit wenigen weißen Schäfchenwolken am Himmel.

In Ålesund wieder angekommen, gab es das erste Mal ein sehr leckeres Abendessen und alle waren müde und zufrieden über einen gelungenen Tag.

Auch Trondheim, die drittgrößte Stadt in Norwegen, wartete mit Sonnenschein auf uns. Da Sonntag der Nidarosdom immer gegen 10:30 Uhr für Gottesdienst geschlossen wird, mussten wir uns ganz schön beeilen, um noch rechtzeitig die Führung im Dom zu erhalten. Pünktlich mit dem Glockenläuten endete unsere Führung und gemeinsam sind wir wieder durch die schöne Altstadt zurück zur MS Nordnorge spaziert, wo das Mittagessen schon auf uns wartete.

Erst am Abend in Rørvik hat es ein wenig geregnet, so dass keiner von uns auf das Hurtigruten-Schiff „Midnattsol“ gegangen ist, dass neben uns im Hafen lag.

Vielen mögen es am dritten Tag nicht geglaubt haben, als schon wieder die Sonne schien. Aber bei der Polarkreisüberquerung um 07:12 Uhr in der Frühe war es nur der kalte Wind, der uns daran erinnert hat, dass wir ab jetzt im Nordpolarmeer unterwegs sind.

In Bodø angekommen konnten wir schon wieder die dicken Pullis gegen eine winddichte Jacke und ein T-Shirt tauschen und haben bei einem kleinen Spaziergang die viertgrößte Stadt Nordnorwegens kennengelernt. Der Besuch des Salmon-Centers gab auf jeden Fall einen guten Einblick in eine der wesentlichen Einnahmequellen der Norweger: Zucht und Export von Zuchtlachs.

Leider haben wir auf der Überfahrt zu den Lofoten, trotz perfektem Wetter, keine Wale sehen können. Dafür empfingen uns in Svolvær nicht nur Sonnenschein und über den Bergen dick hängende Schäfchenwolken, sondern auch die Teilnehmer einer anderen reisewelt-Gruppe, die mit dem Bus auf dem Weg zum Nordkap sind.

Highlight des Tages war dann allerdings die Einfahrt in den nur 42 Meter breiten Trollfjord gegen 23.30 Uhr. Trotz der späten Uhrzeit waren fast alle Gäste an Deck und haben sich an einer köstlichen Fischsuppe, der spektakulären Einfahrt in den imposanten Fjord und sicherlich auch an den besonderen abendlichen Lichtverhältnissen erfreut.

Auch im Paris des Nordens, der Stadt Tromsø, sind wir mit herrlichem Sonnenschein empfangen worden, so dass die Fahrt auf den Storsteinen, dem Hausberg von Tromsø, einen herrlichen Blick über die Insel geboten hat.
Die ganz besondere Architektur der Eismeerkathedrale, dem Wahrzeichen von Tromsø, beeindruckte alle Gäste und viele freuten sich schon auf den zweiten Besuch zu einem Mitternachtskonzert.
An diesem Abend haben wir die Mitternachtssonne auf jeden Fall schon einmal gesehen und nur wenige waren bereits ins Bett gegangen, als wir bei strahlendem Sonnenschein den neuen Tag willkommen heißen konnten.

Mit der Hurtigrute unterwegs zu sein, heißt immer wieder an wechselnden Landschaften vorbei zu kommen und immer wieder neue Eindrücke von Land und Leute zu erhalten. Dazu gehört natürlich auch der Besuch von Honningsvåg bzw. dem Nordkap. Nur etwa 1.000 km von Spitzbergen oder 2.000 km vom Nordpol entfernt, erwartet den Besucher eine karge Landschaft, in der im Sommer nicht nur die Rentiere mit reichlich Futter auf ihre Kosten kommen, sondern auch die ein oder andere Blume den Reisenden erfreut. Dank eines außergewöhnlichen Sommers erübrigt es sich fast zu erwähnen, dass wir auch dort mit Sonneschhein verwöhnt worden sind, als wir am Felsplateau eines der zahlreichen Gruppenfotos gemacht haben.

In Kirkenes, dem östlichsten Punkt der Hurtigrute, geht es leider langsam wieder Richtung Süden und damit nach Hause. Doch zuvor ist ein Besuch der Stadt sehr lohnenswert, weil man sowohl in kurzer Zeit an der russischen Grenze ist, allerdings auch an die schlimmen Zeiten während des zweiten Weltkrieges erinnert wird, beim Besuch eines alten Luftschutzbunkers.

Kurz nach der Abfahrt in Kirkenes, haben wir dann doch noch ein paar Regentropfen abgekommen. Es war allerdings nur ein kurzer Schauer, der alsbald Schäfchenwolken und Sonnenschein weichen musste.

Der nächste Hafen von Kirkenes aus, ist die Insel Vardø. Leider hatten wir durch einen technischen Defekt der Gangway keine Gelegenheit die schöne Festung dort zu besuchen. Dafür hörten wir das Tausendfache Geschrei von Möwen, Küstenseeschwalben, Lummen und anderen Seevögeln, die auf der Nachbarinsel brüten.

Der nächste Morgen war zwar etwas regenverhangen, aber als wir in Hammerfest sowohl der evangelischen als auch der nördlichsten katholischen Kirche der Welt einen Besuch abgestattet haben, war die Sonne schon wieder sichtbar. Obligatorisch ist hier natürlich auch der Besuch des Eisbärenclubs und des angeschlossenen Museums in der Eismeerstadt Hammerfest.

Der Tag wurde dann für die meisten von uns mit dem Besuch des Mitternachtskonzerts in Tromsø abgeschlossen. Diejenigen, die dabei gewesen sind, konnten nordischen Klängen lauschten – während sie sich vielleicht norwegische Landschaftsbilder in Erinnerung riefen – und fielen gegen 01:30 Uhr müde aber zufrieden ins Bett.

Am gleichen Tag standen die Vesterålen und die Lofoten auf dem Programm. Eine Landschaft mit spitz aufragenden steilen Bergen, Sandstränden und immer der Geruch von getrockneten Fisch, der in der Luft hängt. All das haben wir bei einer Überlandfahrt von Svolvær nach Stamsund live erleben können. Besonders beeindruckend dabei war der Besuch des kleinen Fischerdorfes Henningsvær.

Zum Glück war die Überfahrt nach Bodø sehr ruhig. Leider hatten sich aber schon die ersten Wolken am Himmel gezeigt, sodass die erneute Überquerung des Polarkreises, jetzt auf der südgehenden Route nur bei Nieselregen von uns erlebt werden konnte. Vielleicht allerdings auch ein Ausdruck unserer Trauer darüber, dass es jetzt schon wieder langsam nach Hause ging.

Für einige von uns war dann allerdings der Besuch auf der Brücke der MS Nordnorge und die ausführlichen Erläuterungen des Kapitäns Entschädigung genug.

Regnerisch war dann auch der ganze nächste Tag, an dem wir die sieben Schwestern, eine sehenswerte Bergformation, nur hinter dichten Wolken haben erahnen könnten. Dafür zeigte sich der Torghatten (der Berg mit dem Loch) wieder bei strahlender Sonne. So konnten wir wieder einen tollen Sonnenuntergang erleben.

Während wir bereits auf der nordwärts gehenden Tour ein sonniges Trondheim erlebten, bekamen wir die Stadt erneut von ihrer besten Seite zu sehen. Highlight des Tages war allerdings eine Herde von Schweinswalen, der sogar die MS Nordnorge mit gedrosselter Geschwindigkeit und einem kleinen Schlenker ausgewichen ist.

Nach dem Ablegen in Kristiansund standen das letzte Abendessen auf dem Programm und danach ein letzter Abend an Deck. Dort hatten wir in den letzten 11 Tagen sowohl den einen oder anderen Sonnenuntergang gesehen aber auch die hoch am Himmel stehenden Mitternachtssonne bewundert. In Bergen ist dann unsere schöne Reise zu Ende gegangen und viele werden sich noch lange an die abwechslungsreiche und faszinierende Landschaft Norwegens erinnern.

 

Einige Impressionen: