News-Beitrag

Tansania in Zeiten von Corona

  • 26. November 2020

Tansania in Zeiten von Corona

Als eines der ersten Länder Ostafrikas empfängt Tansania wieder Urlauber und was die Gäste jetzt dort erleben, sind Safaris wie es sie nur zu Zeiten Grzimeks gegeben hat. „Es ist wundervoll, jeder Tag eine neue Überraschung“, so schreibt uns Johanna S., die Anfang November mit einer reisewelt-Gruppenreise auf den Spuren der großen Tierforscher Bernhard und Michael Grzimek in Tansania unterwegs war.

Sind um diese Jahreszeit die guten Lodgen in normalen Jahren meist restlos ausgebucht, so kann man derzeit die wenigen Besucher an einer Hand abzählen. Tierliebhabern bieten sich einzigartige Beobachtungsmöglichkeiten, wie es sie seit Jahrzehnten nicht mehr gab. Doch bereiten die Buchungsrückgänge auch Sorgen in Bezug auf den Artenschutz: Wenige Besucher bedeutet fehlende Einnahmen für den Schutz der Wildgebiete und somit zunehmende Ausbeutung von Acker- und Weideflächen. Die Wilderei in Tansania, so schätzt es die Organisation WWF ein, hat mit dem Einbruch des Tourismus massiv zugenommen. Viele Menschen haben ihre Jobs verloren und müssen nun jagen, um ihre Familien zu ernähren.

„Acht Monate ohne Arbeit und ohne irgendwelche Einnahmen waren hart“, sagt reisewelt-Safariguide Hosea. Überglücklich kann er jetzt endlich wieder die ersten Gäste durch die endlosen Savannen im Norden Tansanias begleiten. „Seit im März Corona zur Pandemie erklärt wurde, ist alles anders. Die Touristen haben damals panikartig das Land verlassen, die Lodgen wurden geschlossen und nur mit Hilfe meiner Eltern, welche etwas Ackerland besitzen, konnte ich überhaupt durchhalten“, so Hosea, der seit vier Jahren begeisterten reisewelt-Gästen die faszinierende Tierwelt des Landes näherbringt.

Tatsächlich ist die befürchtete hohe Corona-Sterblichkeit in Afrika ausgeblieben. Über die Gründe, weshalb weite Teile Afrikas zumindest gesundheitlich bisher so glimpflich mit der Covid-19-Pandemie davongekommen sind, kann man nur spekulieren. Sicherlich ist das extrem niedrige Durchschnittsalter der Bevölkerung ein wichtiger Faktor. Außerdem spielt sich das Leben natürlich vor allem im Freien ab. Die Lockdown-Maßnahmen waren zu Beginn der Pandemie äußerst streng. Ein Corona-Test ist für deutsche Staatsbürger bei der Einreise bis heute nicht erforderlich. Bei der Ankunft am Flughafen Kilimanjaro wird Fieber gemessen. Nachdem das Auswärtige Amt die Reisewarnung für Namibia und Uganda vor einigen Wochen aufgehoben hat, bietet reisewelt wieder Reisen in diese Länder an. Rückkehrer brauchen derzeit weder Tests noch Quarantäne zu befürchten. Für Reiserückkehrer aus Tansania ist dies noch erforderlich. Dass Reisen im kleinen Maßstab unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen problemlos möglich sind, beweisen derzeit auch andere namhafte Afrika Veranstalter. Die Flugverbindungen aus Frankfurt sind stabil und alle Urlauber werden zusätzlich zuverlässig aus der Firmenzentrale in Neuhof betreut.

Namayani primary school

Unsere reisewelt-Gruppe besuchte übrigens als erste die neu gebaute Küche der Namayani primary school in Ndinyika. In der unendlichen und kaum besiedelten Hochebene westlich vom Kilimanjaro, gründete reisewelt mit seinen Tansaniagästen das „Kinderhilfe Ostafrika“-Projekt. In den letzten Wochen konnte, dank der zahlreichen Spenden, die Großküche gebaut werden. Die Reisegruppe beobachtete nun die Erledigung der Restarbeiten. Sobald der gemauerte Ofen ausgehärtet ist, beginnt der Küchenbetrieb und 140 Schulkinder erhalten erstmalig täglich eine warme Mahlzeit.

Freudig wurden unsere Gäste daher auch durch Kinder und Eltern im Schulprojekt Namayani primary school der Neuhofer Kinderhilfe Ostafrika empfangen. Anschließend erreichte die Gruppe die endlosen Steppen und Savannen der Serengeti. Die große Migration an Gnus, mit bis zu über eine Millionen Gnus, ist immer ein besonderes Highlight. 

Der Afrikanische Grabenbruch und das Hochland

Ein weiterer Höhepunkt der Reise war die Durchquerung des Afrikanischen Grabenbruchs, um die gigantischen Vulkane des Ngorogono und Empakai im Afrikanischen Hochland zu erreichen.

„Unzählige Zebras in einer Herde, zahlreiche Löwengruppen unmittelbar neben dem Toyota Landcruiser und zum Abschluss noch drei Geparde in bester Fotoposition“, Johanna S. und die anderen Gäste kommen aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Die Logen sind allesamt kaum belegt, aber dennoch ist die reisewelt-Gruppe nicht alleine in der Serengeti unterwegs. Immerhin 12 Jeeps standen morgens an einem frischen Löwenriss, in normalen Zeiten wären es natürlich deutlich mehr.

Dass die Reisegruppe mit der 14-tägigen Reise etwas Einzigartiges erleben würde, war schon im Vorfeld abzusehen. Reisen, wie zu Professor Grzimeks Zeiten sind nur derzeit möglich. 

Karatu: Die bis über 3000 Meter hohen Riesenvulkane westlich des Afrikanischen Grabenbruchs waren anschließend das Ziel der reisewelt-Safarigruppe.
Von der zentralen Serengeti kommend, durchfuhren die Teilnehmer zunächst den besonders flachen und weitgehend baumlosen Teil der Ndutu-Ebene, wo jährlich im Februar zehntausende Gnu-Kälber geboren werden.
Rund eintausend Höhenmeter geht es von hier bergauf zum Kraterrand des riesigen Vulkans Ngorongoro. Auf dem Weg dorthin querten die Urlauber die Ausläufe der weltberühmten Olduvai-Schlucht, wo seit 1931 die ältesten Zeugnisse zur Entwicklungsgeschichte der Menschheit erforscht werden. Der Blick von dem Kraterrand in die gewaltige, 20 Kilometer Durchmesser Caldera, ist atemberaubend. 600 Höhenmeter müssen die Allradfahrzeuge hinab überwinden, um die Ebene im Krater zu erreichen. Begeisterung pur! Tausende Wildtiere sorgten dafür, dass die ohnehin schon kaum zu beschreibenden Naturerlebnisse in der Serengeti hier nochmals getoppt wurden! Es standen spannende Begegnungen mit Hyänen und Nilpferden im Vordergrund. Auch hautnahe Kontakte mit Löwengruppen, die bis an die Fahrzeuge kommen, um Schatten zu suchen beeindruckten die reisewelt-Gruppe.

Erholung an den Traumstränden von Sansibar

Nach der Übernachtung in einer Luxuslodge bei Karatu Mbulu-Hochland geht es schließlich weiter nach Arusha und per Flug zur Trauminsel Sansibar im Indischen Ozean. Hier verbrachten unsere Gäste noch einige Tage an den paradiesischen, weißen Korallenstränden zum Verarbeiten der Erlebnisse.

Die weltberühmte Gewürzinsel Sansibar im Indischen Ozean war das letzte Ziel der Tansania-Reisegruppe. Nach spannenden Safaris zu den Wildtieren der großen Nationalparks in dem Ostafrikanischen Land verbrachte die reisewelt-Gäste noch einige Tage auf der küstennahen Insel. Erst wurden die Gewürzplantagen im Inselinneren besucht und die enorme Vielfalt an exotischen Gewürzen, wie Nelken, Muskatnuss, Kardamom, Vanille, Ingwer und zahlreiche weitere kennengelernt. Seit Tagen herrscht herrliches Wetter bei blauem Himmel und über 30° C.
Das reisewelt-Stammhotel Karafuu Beach Resort an der Ostküste Sansibars ist der Ausgangspunkt für herrliche Schnorcheltouren zu den vorgelagerten Korallenriffen, aber auch zur Hauptstadt Stone Town, die bis heute den geheimnisvollen Orient aus 1001 Nacht verkörpert. Die Paläste der omanischen Sultane die einst von hier das Reich regierten und den Handel mit Sklaven führten, zeugen von der einstigen Bedeutung. Das Labyrinth aus Gassen und die aus Korallenstein gebauten Häuser reflektierten die Synthese aus arabischen, indischen und schwarzafrikanischen Einflüssen wieder. Unlängst wurde Stone Town zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.
Im Anschluss an die Trauminsel hieß es für die Gruppe Abschied nehmen von einem Land deren Bewohner und Tierwelt sich tief in die Herzen der Besucher eingebrannt hat.
Gerade jetzt in Corona-Zeiten dürfte die Wirkung noch größer sein. „Wir sind so dankbar, dass reisewelt dieses Abenteuer ermöglicht hat“, so der Kommentar eines teilnehmenden Ehepaares, die das reisewelt-Team vor Abreise der Gruppe aus Sansibar erreicht hat.
Mit KLM ging es via Amsterdam zurück nach Deutschland. Die hier notwendige Quarantäne nehmen alle Teilnehmer gerne in Kauf.

Die nächste Gruppenreise nach Tansania wird am 1. Dezember 2020 stattfinden.

Hier geht es direkt zu unseren Tansania Reisen!

Übrigens:
Namibia ist schon vor Wochen von der Liste der Länder mit Reisewarnung gestrichen worden. Wir bieten 13-tägige und 17-tägige Rundreisen durch das äußerst dünn besiedelte Wüstenland an. Die Preise waren nie so günstig! Lassen Sie sich von unseren Spezialisten ausführlich beraten. Hier finden Sie weitere Informationen.

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