News-Beitrag

Sehnsuchtsziel Himalaya – reisewelt am Dach der Welt

  • 11. April 2022

Kathmandu:
Nach kurzem Anlauf ziehen die dröhnenden Propeller die kleinen Maschinen der British Aerospace Jetstream 41 der nepalesischen Fluggesellschaft Guna Airlines in den dunstigen Himmel über Kathmandu. An Bord, die Teilnehmer der reisewelt Trekkingtour im März 2022. Das Ziel: die östlichen Achttausender Nepals in der über 2.500 Kilometer langen Himalayakette. Während das Kleinflugzeug nach Höhe ringend noch etwas unruhig über dem Fluss Bagmati und den zwei Tempeln Pashupatinaths hinweg zieht, leuchten weiter flussabwärts die ersten Feuer der Verbrennungsplätze auf. Wer es sich leisten, und das in Nepal kostbare Holz bezahlen kann, lässt den Leichnam des verstorbenen Angehörigen hier am Ufer des heiligen Flusses öffentlich verbrennen – der größte Wunsch jedes gläubigen Hinduisten. Für Europäer eher ein gewöhnungsbedürftiger Anblick, wie die Reisegruppen wenige Tage vorher beim Besuch des Siva-Heiligtums feststellen konnten – nichts für schwache Nerven.

Gespannt richten sich unsere Blicke aus den Fenstern in den immer dichter werden Dunst. Fragen kommen auf. Hat sich das frühe Aufstehen gelohnt? Werden wir den Mount Everest und den Wall an Sechs- und Siebentausendern zum Sonnenaufgang sehen? Nach wenigen Flugminuten herrscht Klarheit: Die Maschine durchbricht die Dunstschicht und urplötzlich tauchen vor einem wolkenlosen, tiefblauen Himmel die ersten Eisriesen des Himalayas zum Greifen nahe auf.

Unruhe bricht unter den Teilnehmern des Panoramafluges aus. Jeder versucht mit unzähligen Fotos das Ungreifbare festzuhalten. Wie gebannt starrt jeder auf diese unvorstellbar große Masse von Eis und Schnee gedeckter Riesen. Immer näher steuern Pilot und Pilotin das Kleinflugzeug über den gewaltigen Kumbu-Gletscher zur Südflanke des höchsten Berges der Welt. „Dort muss irgendwo das Everest-Basislager sein, weiter rechts taucht jetzt der 8410 Meter hohe Lothse auf.“ Die Tür zum Cockpit öffnet sich und überraschend wird jeder Teilnehmer des Fluges eingeladen für kurze Zeit den Blick des Piloten in diese übermächtige Welt aus unzähligen Bergspitzen zu teilen. Minuten, die niemand mehr in seinem Leben vergessen wird. Es wird ruhiger in der Kabine. Kaum jemand spricht noch ein Wort. In tiefen Gedanken versunken saugt man nur noch wie ein Schwamm diese Unwirklichkeit auf. Erste kleine Tränen sind sichtbar, während der Traum aller Bergsteiger, der Ama Daslam und später der Achttausender Makalu in nur geringer Entfernung vorbeiziehen. Könnte man nicht langsamer fliegen?

Atemberaubende Ausblicke:

 

Die Gedanken gehen aber auch zurück auf die vergangenen zehn Tage, wo wir während unserer Trekkingtour zum Achttausenden Annapurna, etwa 300 Kilometer weiter westlich des Mount Everest, auf über 4000 Metern das Basislager besucht haben. Tagelang sind wir auf unseren Märschen bergauf gestiegen um am siebten Tag dicht vor der gewaltigen Südwand des Annapurna und dem schönsten Machapuchare zu stehen.
Noch einmal fliegen wir auf ca. 5000 Metern an den Achttausendern Nepals vorbei, diesmal in westlicher Richtung: Cho Oyu 8153 Meter, Shisha Pangma 8012 Meter und der 8163 Meter hohe Manaslu. Beim Anblick dieser mächtigen Eisschilder gehen die Gedanken zurück an die mutigen Bergsteiger der 50er und 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts:
Edmund Hillary, Tenzing Norgay, Herman Buhl…

Wie mit einem Vorhang verschließt sich plötzlich der Blick auf diese Wunderwelt, die Maschine taucht ein in die Dunstschwaden, die Anschnallzeichen leuchten auf. Wir schweben wieder hinein in die laute Realität und die chaotische Millionenmetropole Kathmandu. Was mehr als eine Stunde war, kommt uns vor wie wenige Minuten – wir waren in einer „anderen Welt“: die Momente mit stahlblauem Himmel, glitzernden Gletschern und die Achttausender. Auf der Fahrt zu unserem Luxushotel Yak & Yeti verlöschen diese Eindrücke nicht mehr. Beim köstlichen Höhenfrühstück gibt es nur noch ein Thema. Auch wenn am späten Nachmittag der Rückflug nach Deutschland ansteht und uns die ersten Nachrichten von Corona-Rekordinfektionen aus der Heimat erreichen, planen viele Teilnehmer jetzt wiederzukommen. Everest Basislager oder die „Aussichtskanzel“ oder der Kala Patthar – der Magie Nepals kann sich spätestens jetzt niemand mehr entziehen.

Die nächste Reise zum Annapurna Trekking findet von 25.10. bis 07.11.2022 statt. Die Durchführung ist bereits garantiert. Parallel besteht zum gleichen Termin die Möglichkeit an unseren Rundreisen durch Nepal teilzunehmen.
Und im nächsten Jahr steht erneut eine Trekkingtour zum Annapurna Basecamp unter Leitung von Nepal-Spezialist Joachim Teiser auf dem Programm. Parallel findet auch hier wieder eine Nepal-Rundreise statt.

Für eine ausführliche Reiseberatung stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

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